Website zu einem neuen Hoster umziehen – ohne Ausfallzeit
Ein Schritt-für-Schritt-Plan für den Umzug von Dateien, Datenbanken, Mail und DNS zu einem neuen Hoster, ohne dass Ihre Besucher etwas merken.

Ein Hosting-Umzug klingt riskant, doch die meisten Ausfälle bei einer Migration entstehen durch vergessene Details, nicht durch den Umzug selbst. Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme von allem, wovon die Website abhängt: Webdateien und Uploads, jede Datenbank samt Version, Postfächer und Weiterleitungen, Cronjobs, PHP-Einstellungen und -Erweiterungen sowie die vollständige Liste der DNS-Einträge der Domain. Gemeint ist nicht nur der A-Record, sondern auch MX, TXT-Einträge für SPF und DKIM, CNAMEs für Subdomains und alle Verifizierungseinträge. Exportieren Sie die Zonendatei, wenn Ihr bisheriger Anbieter das erlaubt. Zehn Minuten für diese Liste ersparen später Stunden des Rätselns.
Senken Sie einige Tage vor dem Umzug die TTL der Einträge, die Sie ändern wollen. Die TTL legt fest, wie lange Resolver eine Antwort zwischenspeichern dürfen; steht sie auf 24 Stunden, landen manche Besucher nach der Umstellung noch einen ganzen Tag auf dem alten Server. Setzen Sie sie mindestens zwei volle TTL-Perioden im Voraus auf 300 Sekunden, damit der alte, langlebige Wert überall abgelaufen ist, bevor der Umzugstag kommt. Ist der Umzug erledigt und alles stabil, erhöhen Sie sie wieder. Dieser eine Schritt entscheidet darüber, ob die Umstellung Minuten dauert oder sich über ein ganzes Wochenende hinzieht.
Kopieren Sie die Website anschließend auf den neuen Server und testen Sie sie dort, bevor jemand anderes sie sieht. Ob das Ziel Webhosting oder ein VPS ist, die Schritte sind dieselben: Dateien hochladen, einen Datenbank-Dump importieren, Datenbankbenutzer und Cronjobs neu anlegen und die PHP-Version wählen, für die die Website gebaut wurde. Um die neue Kopie unter der echten Domain aufzurufen, tragen Sie in die hosts-Datei Ihres eigenen Rechners eine Zeile ein, die die Domain auf die neue IP-Adresse zeigt – alle anderen erreichen weiterhin den alten Server. Eine temporäre Adresse erfüllt denselben Zweck. Klicken Sie sich durch wichtige Seiten, melden Sie sich im Backend an, senden Sie ein Formular ab und prüfen Sie das Fehlerlog.
Zwischen der ersten Kopie und der endgültigen Umstellung ändert sich die Live-Website weiter: neue Bestellungen, Kommentare, Formulareinträge, Uploads. Dafür gibt es zwei Wege. Bei einer Visitenkarten-Website oder einem Blog kündigen Sie einen kurzen Redaktionsstopp an und bitten das Team, in diesem Zeitfenster nichts zu veröffentlichen. Bei einem Shop oder allem mit Benutzerkonten planen Sie stattdessen eine abschließende Delta-Synchronisation: Setzen Sie die alte Website für ein paar Minuten in den Wartungsmodus, erstellen Sie einen frischen Datenbank-Dump, kopieren Sie mit einem Werkzeug wie rsync nur geänderte Dateien und importieren Sie alles auf dem neuen Server. Der letzte Datenbank-Dump ist immer der allerletzte Schritt vor der Umstellung.
Jetzt richten Sie die DNS-Einträge auf die neue IP-Adresse aus. Das Umstellen des DNS ist nicht dasselbe wie ein Domainumzug: Sie können die Website heute umziehen, die Registrierung dort lassen, wo sie ist, und die Domain später per Domaintransfer nachholen, sobald die neue Website eingespielt ist. Beides gleichzeitig zu tun, bringt nur zusätzliche Unbekannte. Lassen Sie das alte Hosting-Paket nach der Umstellung noch mindestens einige Tage laufen. Resolver mit veraltetem Cache schicken weiterhin Besucher dorthin, und der alte Server ist Ihr Rückfallplan, falls etwas Unerwartetes auftaucht. Kündigen Sie ihn erst, wenn seine Zugriffslogs keinen echten Traffic mehr zeigen.
An der Mail scheitern die meisten Umzüge. Bleibt die Mail beim alten Anbieter oder bei einem separaten Dienst, muss die neue Zone weiterhin die richtigen MX-, SPF- und DKIM-Einträge enthalten, sonst kommen Nachrichten zurück oder landen unbemerkt im Spam. Ziehen auch die Postfächer um, legen Sie diese zuerst auf dem neuen Server an, kopieren Sie vorhandene Nachrichten per IMAP mit einem Werkzeug wie imapsync und starten Sie nach der MX-Änderung eine zweite Synchronisation, um alles dazwischen Eingegangene mitzunehmen. Auch SSL braucht Aufmerksamkeit: Ein Zertifikat lässt sich für den neuen Server meist erst ausstellen, wenn die Domain darauf zeigt – beantragen Sie es also direkt nach der Umstellung und prüfen Sie auf Mixed-Content-Warnungen.
Arbeiten Sie nach dem Umzug eine kurze Checkliste ab: Durchsuchen Sie die Website nach 404-Fehlern, testen Sie jedes Kontakt- und Bestellformular, prüfen Sie, ob Weiterleitungen von alten URLs noch greifen, ob Analytics und Tag-Skripte auslösen und ob Cronjobs und ausgehende Mails funktionieren. Wenn Sie das nicht alles selbst erledigen möchten: Der Support von WebHostFlow migriert Websites jeder Größe kostenlos samt Datenbank und Mail und stimmt den DNS-Wechsel mit Ihnen ab, sodass keine sichtbare Ausfallzeit entsteht. Beim CMS-Hosting wird die Website zusätzlich vorab auf einer temporären Adresse geprüft, und jeder Webhosting-Tarif enthält ein kostenloses SSL-Zertifikat mit automatischer Verlängerung.
